Krimi am Sonntag: Sind Sie reingefallen? So kam es zum Abspann-Gag im „Tatort“ aus Kiel

Moment mal, schon vorbei? Beim „Tatort“ aus Kiel erlaubten sich die Macherinnen und Macher einen Scherz und spielten den Abspann verfrüht ein. So kam es zum Gag in „Borowski: Der Wiedergänger“.

Am Sonntagabend dürften einige Zuschauer und Zuschauerinnen verwirrt auf die Uhr geguckt haben, als beim „Tatort“ aus Kiel der Abspann los lief – und das fast zwanzig Minuten vor dem regulären Ende. Sollte es das schon gewesen sein? In die Handlung passte es: Gerade hatten die Kommissare Sahin (Amila Bagriacik) und Borowski (Axel Milberg) darüber gesprochen, dass sie ihren Fall zu den Akten legen. 

Denn in „Borowski und der Wiedergänger“ gab es keine Leiche, stattdessen einen verschwundenen Ehemann und zahlreiche Verdächtige. „Es ist nicht unsere Aufgabe, uns ein Verbrechen auszudenken, nur, weil wir keine Erklärung für das Verschwinden einer Person haben“, sagte Borowski zu Sahin. „Verstehe. Was wir nicht erklären können, ist also nicht passiert. Kein Opfer, kein Verbrechen. Wir haben den Fall gelöst. Super. Läuft die Kamera eigentlich noch?“, kommentierte diese und lief aus dem Verhörraum. „Schön, dass du das auch so siehst! Das war’s, Feierabend“, sagte Borowski und drückte den Aus-Knopf an der Kamera, woraufhin prompt die Melodie des „Tatort“-Abspanns erklang.

„Tatort“-Gag: „Eine kleine Frechheit!“

Tatort KielSekundenlang mussten sich Zuschauerinnen und Zuschauer mit einem unbefriedigenden Ende konfrontiert wähnen – da zoomte die Kamera wieder raus und zeigte die Tatverdächtige Greta Exner (Cordelia Wege) beim „Tatort“-Gucken auf der Couch. Eine kleine Frechheit, nennt Andreas Kleinert den Gag. Der Regisseur des Krimis erklärt, wie es dazu kam: „Ein offenes Ende hätte ich mir schon vorstellen können. Nicht da, wo es jetzt ist. Das sollte ja so eine kleine Frechheit sein. Das hat uns unheimlich Spaß gemacht. Da waren wir wie Kinder, die sich gefreut haben, dass sie das jetzt einfach mal machen. Dass man nach einer Stunde denkt, das war’s. That’s it. Dafür bezahl ich meinen Rundfunkbeitrag!“

Tatort Ausstiege 16:40

Das Ganze dürfte bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern für Lacher gesorgt haben. Und auch Drehbuchautor Sascha Arango zeigt sich begeistert von dem kleinen Einfall. „Greta Exner ist zu diesem Zeitpunkt fast der perfekte Mord gelungen, deshalb der Abspann-Gag. Borowski greift tief in die Kiste und holt den Wiedergänger hervor. Er stellt sich damit in einen Schattenbereich des Rechts und setzt sie psychologisch unter Druck. Das Film-Finale ist Ergebnis vieler Diskussionen und Einflüsse. Hier hat Meister-Regisseur Andreas Kleinert sehr viel dazu beigetragen, das Ende so zu gestalten“, erklärt er. 

Für Axel Milberg alias Borowski war dies übrigens der vorletzte Fall: Er wird im nächsten Jahr noch einmal im „Tatort“ aus Kiel ermitteln, bevor er sich nach über 20 Jahren aus der Krimireihe zurückzieht.

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