Neue EU-Regelung: Warum Google Maps plötzlich nicht mehr funktioniert wie Sie wollen – und wie Sie das ändern können

Seit einigen Tagen funktioniert Google nicht mehr wie Sie es vielleicht gewohnt sind. Der Grund ist eine neue EU-Richtlinie. Zumindest einige der Funktionen können Sie aber zurückbekommen.

Es liegt nicht an Ihnen: Konnte Google früher wie von magischer Hand die Bedürfnisse der Nutzer vorhersagen, wirken Dienste wie Google Maps seit einigen Tagen plötzlich deutlich weniger persönlich. Das hat einen einfachen Grund: Die EU hat Google verboten, seine Dienste zu verknüpfen. Wer das dennoch möchte, muss es händisch tun.

Die offensichtlichste Änderung findet sich bei der Kartenansicht: Sucht man eine Adresse, ein konkretes Unternehmen wie einen Laden oder eine andere Örtlichkeit, kann man nicht mehr wie früher auf die Karte klicken, um Google Maps zu öffnen. Statt eine Maps-Voransicht wird nur noch ein Bild der Karten-App angezeigt. Auch das automatische Vorschlagen der Adressen von Kontakten funktioniert nicht mehr. Und viele andere weitere Features auch nicht. 

Google Maps: spannendste Orte 15 Jahre  9.30

Google-Dienste dürfen Daten nicht mehr austauschen

Die Änderungen sind Teil von Googles Umsetzung der seit dem 7. März geltenden EU-Regeln für die Internet-Giganten. Im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) haben die Europäer sechs Unternehmen und 22 Dienste identifiziert, denen als sogenannte „Gatekeeper“ zu viel Macht vorgeworfen. Und die nun ihre Angebote in der EU umbauen mussten. Neben Google sind etwa Amazon, Apple, der Facebook-Mutterkonzern Meta sowie konkrete Dienste wie Whatsapp betroffen.

Bei Google trifft die neue Richtlinie vor allem die Verknüpfung seiner zahlreichen Unterangebote: Weil der Konzern viele unterschiedliche Dienste wie Maps oder Youtube betreibt, sammelt er auch Unmengen von Daten über die Nutzer – auch über mehrere seiner Dienste hinweg. Für den Konzern hat das den Vorteil, dass er seine Werbeangebote noch besser auf die einzelnen Personen zuschneiden kann. Die Nutzer:innen bekommen dafür immerhin auch etwas: Die Google-Angebote lassen sich untereinander bequemer nutzen.

So taucht ein eben bei Google gesuchtes Restaurant auch bei Maps auf, man kann Routen zu in den Kontakten gespeicherten Adressen bequem starten. Oder Youtube schlägt auf Basis der Google-Suchen passendere Inhalte vor. Doch während Google das im Rest der Welt weiter so handhabt, dürfen die unterschiedlichen Dienste in der EU die Daten nur noch nach expliziter Zustimmung der Nutzer tauschen. 

So stimmen Sie dem Teilen der Daten zu

Ist Ihnen die Bequemlichkeit wichtiger als der von der EU verordnete Schutz Ihrer Daten, können Sie Google daher erlauben, die Dienste wieder miteinander zu verbinden. Dazu öffnen Sie bei eingeloggtem Google-Account auf diese Webseite des Unternehmens. Nun können Sie explizit auswählen, welche Google-Dienste ihre Daten untereinander austauschen dürfen. Etwa, dass Maps wieder mit der Google-Suche und den Kontakten synchronisiert werden darf. 

Bedenken Sie allerdings, dass Google die so gesammelten Daten dann auch zu Werbezwecken miteinander verbinden kann.

Leider nicht das Google von früher

Ganz lässt sich das „alte Google“ allerdings nicht wiederherstellen: Die Karte in der Google-Suche bringt auch eine Verknüpfung der Daten nicht mehr zurück. Die schnellste Art sie zu öffnen, ist der „Route“-Button, der teilweise unter den Karten angezeigt wird.

Auch der Google-Assistant muss auf Ihre Daten verzichten: Der smarte KI-Chat lässt sich in Deutschland schlicht nicht mehr mit den anderen Daten verknüpfen. 

Quelle: Google

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