Ufo-Gewerkschaft: Nach dem Bodenpersonal streikt bei der Lufthansa die Kabine – mehr als 100.000 Passagiere betroffen

Zufall oder gezieltes Generve von Reisenden? Am Dienstag und am Mittwoch legt das Lufthansa-Kabinenpersonal die Arbeit nieder – parallel mit den Lokführern. Das müssen Sie über den Ufo-Streik wissen.

Kaum ist der Warnstreik beim Lufthansa-Bodenpersonal zu Ende gegangen, ruft die Kabinengewerkschaft Ufo die rund 19.000 Flugbegleiter der Airline sowie der Lufthansa Cityline für Dienstag und Mittwoch zum Ausstand auf. Bestreikt werden jeweils von 4 bis 23 Uhr am Dienstag alle Abflüge von Frankfurt und am Mittwoch alle Abflüge von München, wie Ufo mitteilte. 

Die Flugbegleiter der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Lufthansa Cityline hatten zuvor in getrennten Urabstimmungen mit jeweils mehr als 96 Prozent für den Streik gestimmt.

So viele Passagiere sind betroffen

Der Lufthansa-Konzern kritisierte, die Gewerkschaft trage die Tarifauseinandersetzung ohne Not auf dem Rücken der Passagiere aus. Ufo treffe mit diesem Streik an den beiden Tagen voraussichtlich rund 100.000 Passagiere.

Das bietet die Lufthansa an

Die Konzernleitung bietet ihren Beschäftigten im Kern bei einer Laufzeit von 24 Monaten 6,0 Prozent mehr Geld zum August 2024 sowie 3,25 Prozent zum August 2025. Zudem soll im April 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro gezahlt werden. Für die Cityline soll es bei einer Laufzeit von 30 Monaten 5,0 Prozent mehr zum März 2024, 3,0 Prozent mehr zum März 2025 sowie 2,5 Prozent zum Januar 2026 geben. Dazu kommt die Auszahlung der restlichen Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro.

Stefan Schmalz Streikforscher Streikwelle15.40

Das verlangt Ufo

Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass der Konzern für 2023 einen Nettogewinn in Höhe von fast 1,7 Milliarden Euro verkündet hat. „Die Kabine muss nun auch an diesem Erfolg beteiligt werden und die Zugeständnisse, die während der Corona-Krise gemacht wurden, müssen ausreichend kompensiert werden“, so Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger.  

Für die laut Gewerkschaft etwa 18.000 Kabinenbeschäftigten der Lufthansa und die knapp 1000 Kräfte der Cityline fordert Ufo im Kern 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von 18 Monaten. Außerdem will die Gewerkschaft eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro sowie höhere Zulagen erreichen.

FAQ Streik GDL Lufthansa 6:30

Darauf hat die Ufo im Zuge der Corona-Pandemie verzichtet

Im Nach-Corona-Jahr 2022 verzichtete Ufo als einzige Gewerkschaft im Lufthansa-Konzern auf Arbeitskampfmaßnahmen. Im Tarifabschluss wurden vor allem die unteren Lohngruppen angehoben, während die Inflationsausgleichsprämie auf die jetzt laufende Tarifrunde vertagt wurde.  

Ufo und GDL streiken zeitgleich – Zufall?

Neben der Kabinengewerkschaft hat parallel die Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf aufgerufen. Wer innerhalb Deutschlands reisen wollte, muss auf das eigene Auto, auf Fernbusse, Leihwagen oder Mitfahrzentralen ausweichen. Abgestimmt haben sich die Arbeitnehmervertreter bei ihren Ausständen nicht. 

STERN C Lohnentwicklung12.21

Das ist die Spartengewerkschaft Ufo

Die 1992 gegründete Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) vertritt als ausschließlich Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen vorrangig bei Condor und im Lufthansa-Konzern. In einzelnen Flugbetrieben konkurriert sie mit der DGB-Gewerkschaft Verdi, die ebenfalls das fliegende Personal organisieren will. Eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den beiden Gewerkschaften ist unwahrscheinlich.  

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