Comedian: Hape Kerkeling spricht über seinen Weggang aus Berlin: „Atmosphäre wurde homophober“

Eigentlich fühlte sich Hape Kerkeling in Berlin wohl. Doch nach zehn Jahren hat der Schauspieler und Komiker die deutsche Hauptstadt verlassen. Der Grund ist besorgniserregend.  

Zehn Jahre lang nannte Hape Kerkeling Berlin sein Zuhause. Jetzt hat es den Schauspieler in den Westen Deutschlands gezogen, genauer: nach Köln. Den Grund für seinen Weggang erklärt Kerkeling gegenüber der „Bild“-Zeitung. Und seine Beobachtung dürfte nicht nur für Berliner und Berlinerinnen besorgniserregend sein. 

Hape Kerkeling: Stimmung in Berlin immer homophober

„Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die Atmosphäre in dieser wunderschönen Stadt etwas homophober wurde“, so Kerkeling. „Das hat nicht nur mit Berlin zu tun, sondern auch mit einer sehr unglücklichen Lage in der Welt. Aber dem wollte ich mich als prominentes Gesicht nicht mehr aussetzen“, sagte er. 

Zuletzt machten immer mehr Betroffene auf wachsende Homophobie in Berlin aufmerksam. Im sternerklärte der Brasilianer Augusto Andrade im Juli vergangenen Jahres, dass er ursprünglich in die Stadt gezogen war, um vor homophoben Attacken geschützt zu sein. „Weil ich die Homophobie in meinem Heimatland Brasilien nicht ausgehalten habe, bin ich vor drei Jahren bin ich nach Berlin gezogen. Hier ist es offener. Es gibt viele schwule Bars und Clubs. Lange Zeit habe ich mich hier wohlgefühlt und sicher gefühlt“, sagte er. 

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Homophobe Attacken

„Aber in letzter Zeit nehmen die Beleidigungen zu. Mein Freund lebt in Neukölln und wenn ich dort mit ihm Hand in Hand gehe, höre ich ständig jemanden ‚Schwuchtel‘ rufen. Dazu die hasserfüllten Blicke und das Gelächter. Das höre ich fast jedes Mal, wenn ich das Haus verlasse“, sagte er dem stern. Nur ein Beispiel von zahlreichen, die der stern im vergangenen Jahr dokumentierte. 

Kerkeling ist einer der bekanntesten homosexuellen Promis in Deutschland. Dabei geschah sein Coming Out in den Neunzigerjahren nicht freiwillig. Ausgerechnet Schwulenaktivist Rosa von Praunheim outete den Comedian im Fernsehen. „Sensiblere Naturen als ich hätten sich in einer Kurzschlusshandlung womöglich mit dem Fön in die Badewanne gelegt“, sagte Kerkeling ein Jahr nach dem erzwungenen Coming Out im Interview mit dem „Spiegel“. 

Quellen: „Bild“-Zeitung

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