Krankenhäuser: Klinikverband drängt auf Reformen im Rettungsdienst

Braucht Sachsen-Anhalt einen weiteren Rettungshubschrauber? Ein solcher Vorschlag liegt seit Monaten auf dem Tisch. Die Krankenhäuser plädieren dafür.

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt drängt auf Reformen im Rettungsdienst. Wenn die Kliniken sich stärker spezialisierten und Leistungen bündelten, brauche man für ein Flächenland wie Sachsen-Anhalt einen geeigneten Rettungsdienst, sagte Geschäftsführer Gösta Heelemann der Deutschen Presse-Agentur. „Zeit ist hier das lebensrettende Element.“ Die bisherigen Antworten der Politik seien zu klein. „Wir werden da mehr machen müssen.“

Die Krankenhausgesellschaft steht der Prüfung eines weiteren Rettungshubschraubers offen gegenüber und drängt darauf, dass die Ergebnisse des Krankenhausgutachtens zeitnah umgesetzt werden. Dieses war von der Landesregierung in Auftrag gegeben worden. Empfohlen wurde unter anderem eine Prüfung, ob ein weiterer Hubschrauber im Norden des Landes die Versorgung deutlich verbessern könne, „insbesondere bei schweren und zeitkritischen Erkrankungen“. Die Vorstellung der Ergebnisse liegt bereits elf Monate zurück.

Sachsen-Anhalts Innenministerium hatte sich zwar offen für eine umfassendere Begutachtung des Rettungsdienstes gezeigt, sieht dabei vor allem die Krankenkassen in der Verantwortung. Der Verband der Ersatzkassen teilte jedoch mit, die Verteilung der Luftrettungsstandorte in Sachsen-Anhalt sei „angemessen und ausreichend“. Der Norden Sachsen-Anhalts werde auch durch Standorte in Brandenburg, Perleberg, Uelzen und Wolfenbüttel mitversorgt. 97 bis 100 Prozent der Bevölkerung würden innerhalb von maximal 15 Minuten erreicht, hieß es. „Das reicht unseres Erachtens aus.“

Für die Luftrettung stehen in Sachsen-Anhalt aktuell drei Rettungshubschrauber zur Verfügung: In Magdeburg und Landsberg je einer für Notfälle, in Landsberg zudem noch ein weiterer Hubschrauber, der auch für Verlegungen genutzt wird. Die Verträge mit der DRF-Luftrettung waren kürzlich um drei Jahre verlängert worden. Die drei Hubschrauber erreichen den Angaben zufolge Einsatzorte in einem Umkreis von 60 Kilometern innerhalb von maximal 15 Flugminuten. Zur Besatzung gehören ein Pilot (nachts zwei), ein Notarzt und ein Notfallsanitäter.

Mit dem Krankenhausgutachten haben die Experten insgesamt eine gestufte Versorgung empfohlen. Internistische und chirurgische Leistungen soll es weiterhin wohnortnah geben. Je spezieller die Eingriffe sind, desto stärker sollen diese an großen Krankenhäusern konzentriert werden.

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