Medien: Deutscher Hörbuchpreis für Maren Kroymann

Die Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises 2024 stehen fest. Sehr unterschiedliche Produktionen werden prämiert – von einem akustischen Panorama Österreich-Ungarns bis zum „Spucktütenlied“.

Maren Kroymann ist am Dienstag in Köln als beste Interpretin mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet worden. „Große Sprechkunst“ bescheinigte die Preisträgerjury der Schauspielerin und Kabarettistin, die den Roman „Das andere Mädchen“ von Annie Ernaux las. Sie spiele dabei mit einer „klugen Nonchalance“, so die Jury. Der eindringliche und dabei doch „leicht daherkommende“ Monolog treffe ins Herz. Der Hörbuchpreis ist pro Kategorie mit 3333 Euro dotiert.

Die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Interpret“ ging an den österreichischen Schauspieler Cornelius Obonya, der den Roman „Die Inkommensurablen“ von Raphaela Edelbauer las. Dem turbulenten Wiener Szenario am Vorabend des Ersten Weltkriegs verleihe er dabei einen so unverwechselbaren Sound, dass man ein ganzes Arsenal an Sprechern zu hören meine, urteilte die Jury. Obonyas Klangraum, der nicht zuletzt die vielen Dialekte der Monarchie Österreich-Ungarn berücksichtige, zeichne virtuos ein „akustisches Panorama der Epoche“.

Regisseur Kai Grehn wurde in der Kategorie bestes Hörspiel für „The Sick Bag Song – das Spucktütenlied“ ausgezeichnet. Auf Spucktüten notierte der durch Nordamerika tourende Musiker Nick Cave Ideen, Erlebnisse und Erinnerungen. Mit seiner Montage aus Text und Musik verleihe der Regisseur den komplex aufeinander bezogenen kurzen Texten eine überraschend homogene Form, so die Jury.

Autorin Adriana Altaras und Schauspielerin Angela Winkler sind die Preisträgerinnen in der Kategorie „Beste Unterhaltung“ für ihre gemeinsame Lesung von Altaras‘ Buch „Besser allein als in schlechter Gesellschaft. Meine eigensinnige Tante“. Beide Sprecherinnen verstünden es mit großer Lebendigkeit, ihre Charaktere aus den persönlichen Blickwinkeln heraus und auf komplett unterschiedliche Art zu „beseelen“, heißt es in der Jurybegründung.

In der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ gewann Jens Wawrczeck mit seiner Lesung des Titels „Sieben Tage Mo“ von Oliver Scherz. Die Kinderjury lobte den Sprecher dafür, allen Figuren eine „eigene und passende Stimme“ zu geben und auch die schwierigen Momente „richtig gut spürbar“ zu machen. Der Preis für den besten Podcast ging an Regisseur Leonhard Koppelmann für seine achtteilige Podcast-Serie „V 13 – Die Terroranschläge in Paris“. Seine „akustisch brillante“ Verdichtung des Textes helfe bei der nüchternen Analyse eines nahezu unvorstellbaren Verbrechens, so die Jury.

Die Edition „Jahrhundertstimmen 1945-2000 – Deutsche Geschichte in über 400 Originalaufnahmen“ erhielt die undotierte Auszeichnung in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“. Für jeden Aspekt der deutschen Nachkriegsgeschichte wurden passende Originaltöne gefunden. Die Jury sieht hier ein „Geschichtsbuch zum Hören“ realisiert, dessen „Unmittelbarkeit und Wahrhaftigkeit“ in keinem anderen Medium erreichbar sei.

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