EU-Topf: 38,5 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschungsprojekte

Großunternehmen mit eigenen Forschungsabteilungen muss man in MV lange suchen. Deshalb gewährt das Land weiterhin Finanzhilfen für Forschungskooperationen, die die Wirtschaft voranbringen sollen.

Herausragende Forschungsprojekte mit Praxisbezug sollen in Mecklenburg-Vorpommern auch in den kommenden Jahren vom Land massiv gefördert werden. Wie Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) am Dienstag in Schwerin mitteilte, stehen für die anwendungsorientierte Exzellenzforschung bis zum Jahr 2027 insgesamt 38,5 Millionen Euro bereit. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und sollen Vorhaben zugutekommen, die die Wirtschaft des Landes sichtbar voranbringen. 

Der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sorge für Innovationen, die unverzichtbar seien, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein, sagte Martin. Dies betreffe aktuell insbesondere Bereiche wie die Erneuerbaren Energien, Wasserstofftechnologien, Medizintechnik und Künstliche Intelligenz, aber auch Maschinen- und Anlagenbau. Nach Angaben Martins sind zehn Millionen Euro für Gesundheits – und Medizinforschung reserviert. 

Die Ministerin forderte Forschungseinrichtungen und Firmen auf, sich mit ihren Projekten für die Förderung zu bewerben. In der Vergangenheit habe sich die Bildung sogenannter Forschungsverbünde bewährt. Die erste Frist für deren Registrierung im neuen Forschungsprogramm ende bereits am 15. April 2024. Bis zum 10. Juni könnten dann Projektskizzen eingereicht werden. Die maximale Förderhöhe betrage für solche Verbünde jeweils fünf Millionen Euro bei einer Projektdauer von maximal vier Jahren. 

Bedingung sei, dass im Bundesland ansässige wissenschaftliche Einrichtungen Teil der Verbünde sind. Geförderte Einzelprojekte müssten „von besonderem wissenschaftspolitischen Landesinteresse“ sein. Anträge dafür könnten bis zum 15. Mai eingereicht werden. Die Förderhöhe betrage jeweils bis zu 300.000 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern anderer Bundesländer entscheide, welche Forschungsverbünde und Einrichtungen die Förderung erhalten.

In der zurückliegenden Förderperiode seien 14 Vorhaben, an denen rund 240 Wissenschaftler beteiligt gewesen seien, finanziell unterstützt worden. Als Beispiel nannte Martin das Projekt Whetscapes, eine Verbundforschung der Universitäten Greifswald und Rostock zu Stoffumsetzungsprozessen in Mooren, die 13 Prozent der Landesfläche einnehmen und beim Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen. Als sehr erfolgreich habe sich zudem die vom Land geförderte Entwicklung von Modellen für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten erwiesen. „Diese Forschungen boten das Trittbrett für die Einrichtung des Helmholtz-Instituts für One Health 2021 in Greifswald“, sagte Martin. Dort werde nun „Weltklasseforschung“ betrieben.

Exzellenzforschung MV

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