Gewerkschaft der Polizei: Zahl der Überstunden bei der Polizei leicht gesunken

Polizisten in Niedersachsen schieben immer wieder Überstunden. Zuletzt sank die Zahl der Überstunden. Eine Polizeigewerkschaft rechnet damit, dass diese Entwicklung nicht lange anhalten wird.

Die Zahl der Überstunden bei der niedersächsischen Polizei ist zuletzt leicht zurückgegangen. Zum 1. Januar dieses Jahres waren es knapp 1,1 Millionen Überstunden und damit rund 39.000 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Innenministerium in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Pro Kopf gerechnet ging der Wert demnach innerhalb eines Jahres von 56,5 Überstunden auf 54,1 zurück.

Polizisten können ihre Überstunden in der Regel nur durch Freizeit ausgleichen. Eine finanzielle Abgeltung ist nur für ungeplante Mehrarbeit möglich, die aus dienstlichen Gründen nicht binnen eines Jahres mit der Befreiung vom Dienst ausgeglichen werden kann.

Ein Ministeriumssprecher teilte mit, dass derzeit keine Erhöhung der Personalstärke im Polizeivollzugsdienst geplant sei. Anfang 2023 arbeiteten knapp 20.000 Polizeibeamte in Niedersachsen, Zahlen für dieses Jahr lagen noch nicht vor.

Ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen (GdP) sprach von einer positiven Entwicklung, zeitgleich von einer nach wie vor hohen Arbeitsbelastung. „Und alleine die ersten zwei Monate des neuen Jahres zeigen, dass wir unter anderem aufgrund von steigenden Einsatzzahlen durch Protestaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen bei zunehmender Aggression und immer neuen und komplexeren Kriminalitätsfeldern auch aktuell absolut an der Schmerzgrenze sind.“ Ein Überstundenabbau werde daher künftig unwahrscheinlicher.

Laut Gewerkschaft fehlten in Niedersachsen diverse Kräfte bei der regulären Polizeiarbeit, da sie Aufgaben übernehmen würden, die auch von Tarifangestellten übernommen werden könnten. Durch zusätzliche Einstellungen von 200 Tarifkräften sowie 50 IT-Experten könnten diese Polizisten wieder in ihre eigentlichen Aufgabenbereiche zurückkehren, teilte der Sprecher weiter mit. „Zusätzlich ist zu prüfen, ob auch im Vollzugsbereich die Möglichkeit besteht, durch eine Erhöhung der Einstellungszahlen für Entlastung zu sorgen.“

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