Gewalttat in Niedersachsen: Bundeswehrsoldat erschießt vier Menschen – dreijähriges Kind unter den Opfern

Entsetzen in Scheeßel und Bothel im nördlichen Niedersachsen: Vier Menschen sind dort nach Schüssen gestorben. Ein Bundeswehrsoldat stellte sich anschließend der Polizei.

Ein Bundeswehrsoldat soll in den niedersächsischen Gemeinden Scheeßel und Bothel zwischen Hamburg und Bremen in der Nacht vier Menschen erschossen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verden sind die Opfer in der Gemeinde Scheeßel 55 und 30 Jahre alt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Am zweiten Tatort – in Bothel – seien ein dreijähriges Kind und die 33 Jahre alte Mutter getötet worden.

Festnahme nach tödlichen Schüssen in Scheeßel und Bothel

„Der aktuell tatverdächtige Bundeswehrsoldat stellte sich kurze Zeit nach der Tatbegehung selbst und konnte durch Einsatzkräfte der Polizei festgenommen werden“, so die Behörden in einer Mitteilung. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat laufen. Diese sind noch unklar. „Eine Motivlage im familiären Umfeld kann nicht ausgeschlossen werden“, hieß es zunächst. Allerdings konnte bislang keinerlei Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Toten festgestellt werden. Tatorte sollen jeweils Wohnhäuser sein. Die Polizei war im Großeinsatz. 

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Die Nachrichtenagentur DPA berichtete von einem Einsatz an der Von-Düring-Kaserne in Rotenburg. Dorthin sei der Soldat nach der Tat gefahren und habe sich bei der Wache gemeldet, die wiederum die Polizei alarmiert habe, sagte ein Polizeisprecher. An der Kaserne seien Spuren gesichert worden. Unter anderem sei im Auto des Verdächtigen sei ein Brandsatz gefunden worden. Es könne nur spekuliert werden, warum der Molotowcocktail in dem Auto gelegen habe, sagte der Sprecher. Ob der Täter mit einer Waffe aus Bundeswehrbeständen tötete, ist unklar. Auch zu Identität des Soldaten machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Er sollte am Freitagnachmittag vor den Haftrichter kommen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

Quellen: Staatsanwaltschaft Verden und Polizeiinspektion Rotenburg, Nachrichtenagenturen AFP und DPA

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