Naturschutz: Hummelhaus aufstellen: So helfen Sie den flauschigen Pummelchen

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen trauen sich auch Bienen und Hummeln aus ihren Winterquartieren. Und machen sich auf die Suche nach Nahrung und einem sicheren Nistplatz. Wie Sie ihnen dabei helfen können? Mit einem Hummelhaus!

In der Kita unserer Jungs war man vor einigen Jahren auf der Suche nach neuen Namen für die Gruppen. Und kam auf ein witziges Motto: Igel, Maus und Marienkäfer sind out, plattdeutsch ist in. Schließlich verbrachten unsere beiden Söhne ihr ersten Kita-Jahre bei den Plüschmors. Das ist platt und heißt so viel wie „flauschiger Po“. Oder anders: Hummel. Allein wegen des zauberhaften Namens eroberten die pummelig-pomadigen und ebenso fleißigen wie nützlichen Insekten schnell mein Herz. Mittlerweile haben sich die Jungs den Snappenlickern angeschlossen. Das ist ebenfalls platt, heißt frei übersetzt so viel wie „Rotznasen“ und passt aktuell irgendwie auch besser. Egal.

wildtier herz Hummelhotel

Zurück zu den Plüschmors: Anfang März entdeckte ich die erste mutige Hummel, womöglich eine Königin, in unserem Garten. Nach einigen ruhigen Wintermonaten war sie auf der Suche nach Frühblühern und dem Nektar in deren Blüten. Dazu muss man wissen: Die Jungköniginnen der Hummeln sind nach dem Spätsommer die einzigen Überlebenden ihres Volkes. Und tragen damit eine große Verantwortung. Gelingt es ihnen nicht, sich mit ausreichend Nahrung zu versorgen und einen geeigneten Nistplatz zu finden, sterben sie und damit im Grunde auch ein Volk von 500 oder mehr Tieren, das sich nicht entwickeln kann. Und hier kommen wir Menschen ins Spiel. Damit wir noch möglichst lange Freude an den friedlichen Pelzkugeln haben und diese fleißig Blumen und Blüten bestäuben, können wir befruchteten Hummelköniginnen ein kleines Häuschen bauen: ein Hummelhaus. 

Hummel-Buch

Warum ist ein Hummelhaus wichtig?

Hummeln sind biologisch gesehen eine Wildbienenart. Und zwar eine mit einem besonders langen Saugrüssel. Damit schaffen es die an sich eher behäbigen Flugobjekte, besonders tiefe Blüten zu bestäuben. Genau wie ihre etwas flinkeren Artgenossinnen produzieren Hummeln Honig – allerdings in überschaubarer Menge, weil sie nicht als Volk überwintern. Weil die Gesamtzahl flugfähiger Insekten seit Jahren zum Teil massiv schrumpft, sind auch Hummel durch das Bundesartenschutzgesetz geschützt. Insektenhotels sieht man schon seit einiger Zeit erfreulich oft in Parks und Gärten. Sie locken in der Regel vor allem Bienen an. Hummeln können mit den kleinen Schlupflöchern nichts anfangen. Sie brauchen nicht nur mehr Komfort beim Anflug, sondern auch am Nistplatz selbst.

Wie sollte ein Hummelhaus aussehen?

Zunächst eine schlechte Nachricht: In einem Hummelhaus ist nur für eine Hummelkönigin Platz. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bienenarten baut die Königin am Nistplatz ihrer Wahl – in einem hohlen Baumstamm, einem verlassenen Vogelnest oder eben einem Hummelhaus – zunächst eine Wabe und legt bis zu acht Eier, aus denen später Larven schlüpfen. Je nach Hummelart kann ein Volk in einem Hummeljahr auf 500 und mehr Tiere anwachsen. Trotzdem kommt ein Hummelvolk gut mit einem Haus der Größe einer Schuhbox aus. Wichtig: Das Hummelhaus sollte aus Naturmaterialien sein. Hier bietet sich vor allem Holz an. Damit die Hummeln keinen nassen Pelz bekommen, ist es sinnvoll, das Dach mit einer Metallplatte zu verkleiden. Wegen ihrer eher begrenzten Flugkünste sollte das Hummelhaus mit einem komfortablen Eingangsbereich ausgestattet sein. Eine kleine Start- und Landerampe erleichtert den An- und Abflug. Das Einflugloch selbst darf einen Durchmesser von 20 Millimetern haben. 

Hummelhaus mit Metalldach

Wo stellt man ein Hummelhaus am besten auf?

Der Standort eines Hummelkastens kann entscheidend dafür sein, ob jemals eine junge Hummelkönigin dort einzieht. Die wichtigste Regel: Stellen Sie das Hummelhaus niemals in die volle Sonne. Ein schattiges und ruhiges Plätzchen in Bodennähe ist die ideale Voraussetzung dafür, im Frühjahr einen pelzigen Gast willkommen heißen zu dürfen. Zu viel Sonne kann die Waben und damit die ganze Brut zerstören. Außerdem wichtig: Das Hummelhaus darf auf keinen Fall bewegt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Hummel den Nistkasten nicht wiederfindet. Im besten Fall steht das Hummelhaus in der Nähe einer Frühblüherwiese. Dort findet sie genug Nahrung, um die Brut zu versorgen. Optional kann eine Insektentränke in der Nähe aufgestellt werden.

Hummelkasten Ebay

Welches Nistmaterial gehört in ein Hummelhaus?

Auf dem nackten Holzboden wird sich eine Hummel niemals wohlfühlen und erst recht kein neues Hummelvolk gründen. Deshalb sollte man das Heim für die Plüschmors möglichst weich und gemütlich einrichten. Als Nistmaterial haben sich trockenes Moos, Sägespäne, Kleintierstreu, aber auch die weiche Holzfaser Kapok bewährt. Sparen Sie nicht beim Auspolstern. Am besten formen Sie das Nistmaterial zu einem kleinen Nest.

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