Frühjahr bis Herbst: Beitrag zum Artenschutz: Mit diesen Pflanzen locken Sie Schmetterlinge in den Garten

Allein in Deutschland existieren über 3.700 Schmetterlingsarten – davon stehen, laut dem Naturschutzbund, über 60 Prozent auf der roten Liste bedrohter Tierarten. Ein Grund mehr, den heimischen Garten so zu gestalten, dass die schützenswerten Falter ausreichend Futter und Überwinterungsmöglichkeiten finden.

Was viele nicht wissen: Die meisten Schmetterlinge (80 Prozent) sind nachaktiv, sodass Sie selten mitbekommen, wenn sich die Tiere in Ihrem Garten aufhalten. Das sollte Sie jedoch nicht davon abhalten, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten, indem Sie mehr heimische Blumen pflanzen. Denn Fakt ist, dass viele exotische Pflanzen bei den wählerischen Faltern nicht auf dem Speiseplan stehen – oder zur Eiablage für ihre Nachkommen dienen. Umso wichtiger ist es, den Schmetterlingen als auch ihren Raupen vom Frühjahr bis in den Herbst bei der Nahrungssuche und Fortpflanzung zu unterstützen. Mit welchen Pflanzenarten das am besten funktioniert und wie Sie artrechte Überwinterungsplätze im Garten schaffen, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Wiese

Mit diesen Pflanzen locken Sie Schmetterlinge an

Wie erwähnt, bieten vor allem heimische Wildblumen ausreichend Nahrung für Schmetterlinge (und ihre Raupen). Es gibt aber auch ein paar exotische Pflanzen, die den Faltern als Nahrungsquelle dienen: „Wichtig ist nur, dass die Blüten nicht gefüllt sind, damit die zarten Insekten leichten Zugang zum Nektar haben. Exotische Nektarspender sind Blaukissen, Kapuzinerkresse, Phlox und Zinnie“, gibt der Naturschutzbund Deutschland e. V. (kurz Nabu) zu bedenken. Hinzukommt, dass Sie eine bunte Auswahl an Gewächsen in den Garten pflanzen, die das ganze Jahr über – sprich von Frühjahr bis Herbst – genügend Nektar für Schmetterlinge bereitstellen. 

Stellt sich die Frage, welche heimischen Pflanzen diese Voraussetzungen erfüllen? Und auch hier hat der Nabu einen Tipp: „Im Frühling liefern Blaustern, Schlüsselblume und Margerite flüssige Nahrung, im Herbst Purpur-Fetthenne oder Neubelgische Aster“. Und da die meisten Schmetterlinge nachtaktiv sind, können Sie gezielt Pflanzen wählen, die erst dann ihren Duft verbreiten, wenn es dämmert: Zum Beispiel Geißblatt, Nachtkerze, Nachtlichtnelke oder das Nickende Leimkraut. Darüber hinaus kann sogar unerwünschter Wildwuchs zum Artenschutz beitragen, sofern Sie diesen im Garten dulden – wie etwa Brennnesseln oder Disteln, die insbesondere Schmetterlingsraupen gut schmecken.

Lavendel

Weitere Pflanzen, die Schmetterlinge anlocken, sind Eisenkraut, Flockenblumen, Pfingstrosen, Goldrute und natürlich auch Lavendel. Ebenso auf der Speisekarte vieler Falten stehen Kräuter und Sträucher, die nektarhaltige Blüten tragen (sofern Sie das zulassen), wie zum Beispiel:

MajoranSalbei Thymian Dill Heidelbeere Rote Johannisbeere Himbeere 

Thymian

Darum ist Sommerflieder nicht die beste Wahl

Sommerflieder sieht nicht nur wunderschön aus, sondern lockt mit seinen kräftigen Aromen zahlreiche Schmetterlinge an. Trotzdem wird davon abgeraten, die Pflanze bewusst in den Garten zu setzen. Aber warum eigentlich, wenn sie doch den Faltern als Nahrungsquelle dient? Tatsächlich hat das einen ökologischen Hintergrund, da der Strauch invasiv ist und heimische Arten verdrängt. Besitzen Sie bereits einen sogenannten „Schmetterlingsflieder“, müssen Sie diesen natürlich nicht gleich aus dem Boden reißen – der Nabu rät jedoch dazu, die Blüten zu entfernen, bevor sich darin Samen bilden, die zur weiteren Ausbreitung der Pflanze beitragen. Zudem wird empfohlen, den Strauch seltener zurückzuschneiden als andere, da der Rückschnitt die Blütenbildung noch stärker fördern würde.

Haus

Überwinterungsmöglichkeiten schaffen

Manche Schmetterlingsarten verpuppen sich zum Winter hin und überdauern so die kalte Jahreszeit – meist unter einem Blatt oder an einem Zweig hängend. Umso wichtiger ist es, dass Sie herunter gefallenes Laub nicht komplett entfernen, sondern einen Teil (etwas aufgetürmt) liegen lassen. Hier finden auch Raupen und Eier Schutz vor der Kälte. Im Gegensatz zum Zitronenfalter, der bis zu minus 20 Grad im Freien überdauern kann, zieht es andere Falter – wie Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs – in wärmere Gefilde wie eine Gartenlaube zurück. Dort verharren sie in einer Art Kältestarre. Möchten Sie den Tieren noch mehr Möglichkeiten zum Überwintern bieten, können Sie ein Schmetterlingshaus aus wetterfestem Massiv-Holz im Garten anbringen.  

Noch ein Tipp zum Schluss: Der Einsatz von chemischen Bekämpfungsmitteln setzt nicht nur (unerwünschten) Pflanzen und Schädlingen zu, sondern wirkt sich negativ auf viele Schmetterlingsarten aus. Daher sollten Sie auf die Anwendung von Pestiziden, Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden im Garten verzichten. 

Quelle: NABU

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