Extremismus: Wegner: Czyborra sieht Lage an Hochschulen ähnlich wie ich

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra ist wegen Äußerungen nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten scharf kritisiert worden, bis hin zu Rücktrittsforderungen. Was der Regierungschef dazu sagt.

Nach Rücktrittsforderungen gegen Berlins Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) im Kontext eines Angriffes gegen einen jüdischen Studenten hat Regierungschef Kai Wegner (CDU) ihr den Rücken gestärkt. „Ich glaube, dass Frau Czyborra die Lage ähnlich sieht wie ich. Dass für sie auch die Situation an den Universitäten so nicht hinnehmbar ist“, sagte er am Donnerstag am Rande einer CDU-Wahlkampfveranstaltung auf die Frage eines Journalisten, ob Äußerungen der Senatorin ein Problem seien. „Jetzt muss man im Gespräch mit den Hochschulleitungen nach Lösungen suchen, wie wir das besser in den Griff bekommen, dass die Universitäten auch besser handeln können.“

Wegner mahnte aber auch, die Hochschulpräsidenten dürften sich nun „keinen schlanken Fuß“ machen. Sie stünden in der Verantwortung, es gelte, deutliche Worte zu finden gegen Antisemitismus, Hass und Hetze.

Mehrere Politiker und Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle kritisierten Czyborra am Mittwoch scharf, bis hin zu Rücktrittsforderungen. Sie werteten Äußerungen der SPD-Politikerin zum Umgang der Hochschulen mit Gewalttaten als verharmlosend.

Hintergrund war der Angriff auf den 30 Jahre alten, jüdischen FU-Studenten Lahav Shapira. Dieser war am Wochenende mit Knochenbrüchen im Gesicht ins Krankenhaus gekommen. Ein 23 Jahre alter propalästinensischer, deutscher Kommilitone soll ihn in Berlin-Mitte geschlagen und getreten haben.

Während von mehreren Seiten eine Gesetzesänderung gefordert wurde, damit Hochschulen etwa in solchen Fällen Gewalttäter exmatrikulieren können, hielt die Senatorin an der Linie eines Hausverbots fest.

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